Häufig gestellte Fragen zur Sperrung im Hardwald - und Antworten

Stand November 2019

  • Inwiefern ist das Betreten des Hardwalds derzeit gefährlich für mich?

    Durch die anhaltende und massive Trockenheit der letzten Jahre (v.a. Hitzesommer 2018) sind aussergewöhnlich viele Bäume abgestorben. Bis jetzt muss von rund über 6’000 toten Bäumen ausgegangen werden.

    Die dürren Bäume können umstürzen, Kronen und Astteile unkontrolliert abbrechen. Auch belaubte, scheinbar gesunde Bäume bergen die Gefahr von plötzlichen Abbrüchen.

    Das Risiko für Waldbesucherinnen und -besucher, das in der lebendigen Materie Wald immer zu einem gewissen Grad vorhanden ist, hat sich aufgrund der aktuellen Trockenschäden so erhöht, das blosse Achtsamkeit nicht mehr reicht und ein Waldbesuch als besonders gefährlich eingestuft werden muss.

  • Ab wann ist der Wald wieder begehbar?

    Während ein kleiner Teil des Waldes, der auf Birsfelder Boden liegt, nach intensivem Holzschlag für die Öffentlichkeit wieder zugänglich ist, bleibt der massiv grössere Teil des Hardwaldes auf Muttenzer Boden weiterhin gesperrt; die Einwohnergemeinde Muttenz hat eine polizeiliche Sperrung verfügt. Nach fachlicher Einschätzung des Forstbetriebs der Bürgergemeinde Basel noch mindestens bis Ende Jahr.

    Nach der Sicherung der Verkehrswege (wie Kantonsstrasse, Autobahn, Geleise) steht die nachhaltige Sicherstellung der Infrastruktur zur Trinkwasserversorgung im Vordergrund. Die Zufahrtsstrasse zum Restaurant Waldhaus ist offen.

  • Was ist anders beim Hardwald? Warum ist der Hardwald besonders mitgenommen?

    Der Hardwald ist bedingt durch Standort und Bodenbeschaffenheit besonders stark von der Trockenheit der letzten Jahre betroffen.

    Der Walduntergrund hat durch die Rheinnähe einen hohen Schotteranteil, der kaum Wasser speichern kann.  Zudem regnet es infolge des Möhlin-Jets an diesem Standort weniger als andernorts, was die Trockenheit zusätzlich verstärkt.

  • Wurden die Bäume nicht genug gegossen?

    Der Hardwald wird vom achtköpfigen Team des Forstbetriebs der Bürgergemeinde Basel betreut. An Fachkraft und Zuwendung mangelt es dem Wald nicht.

    Einen Wald zu «giessen» ist ohnehin aus ökologischer, logistischer wie auch ökonomischer Sicht nicht machbar.

    Zudem können auch regnerische Phasen oder sogar Wässerung das Baumsterben bei massiver Trockenheit nicht verhindern. Bäume werfen ihr Laub bei grosser und anhaltender Hitze oft früher ab, um die Verdunstung zu stoppen. Anschliessend stehen sie noch für Monate ohne Laub an der prallen Sonne und verbrennen regelrecht.

    Besonders betroffen sind die Baumkronen. Sichtbar wurde dieses Phänomen im Frühling 2019, als viele Bäume im Hardwald nach dem Hitzesommer 2018 kein neues Laub mehr produzierten.

  • Wird die Gelegenheit genutzt, um den Wald zuzubetonieren?

    Nein. Der Hardwald soll prinzipiell ein Wald bleiben.

    Fraglich ist, ob das bisherige Angebot (Zugänglichkeit, Trinkwasser, Grillplätze, Wege, Vitaparcours) weiter zur Verfügung gestellt werden kann. Diese zugunsten der Bevölkerung erbrachten Leistungen sind nicht selbstverständlich, keine Pflicht und mit hohen Kosten verbunden.

    Die Bürgergemeinde Basel finanziert sich nicht über Steuereinnahmen, sondern muss ihre Aufgaben kostendenkend erfüllen. Sowohl die Wiederinstandsetzung als auch die Weiterführung des bisherigen Angebots übersteigt zurzeit ihre Möglichkeiten.

  • Wie sieht die Zukunft des Hardwalds aus?

    Eine Wiederaufforstung ist wünschenswert, erfordert aber eine noch zu klärende Zusammenarbeit von Akteuren wie Kanton, Waldeigentümerin, Einwohnergemeinden Muttenz und Birsfelden sowie weiteren potenziellen Partnern und Partnerinnen.

  • Wofür braucht es den Wald?

    Der Wald erbringt, gerade in Stadtnähe, für die Bevölkerungen bedeutende Leistungen als Staubfilter, beim Binden von CO2 und bei der Produktion von Sauerstoff. Zudem liefert er den klimafreundlichen Rohstoff Holz. Ebenfalls wichtig: Der Wald bietet wertvollen Raum für verschiedenste Erholungssuchende.